Hoch effiziente Lüftungstechnik als Unikat in der Formensprache der Wirtschaftswunderjahre
Goldener Torluftschleier
Die „Alte Kongresshalle“ in München ist ein architektonisches Kleinod aus der Wirtschaftswunderzeit. Um den prägenden innenarchitektonischen Charakter des Foyers zu bewahren, hat Systemair für den Eingangsbereich projekt-bezogen eine sämtliche Aussentüren überspannende Luftschleieranlage entwickelt – im bauzeittypischen Design mit einer Verkleidung aus poliertem Messing.
Eine den kompletten Türenbereich sowie ein Tor umfassende Luftschleier-Sonderkonstruktion, quasi ein Torbogen“, der stützenfrei sämtliche Türen überspannt
Gehäuse der Luftschleieranlage von Systemair wurde aus poliertem Messingblech angefertigt.
Durch die ansprechende Optik im bauzeittypischen Design hat Systemair den prägenden innenarchitektonischen Charakter des Foyers bewahrt.
München, Deutschland
Türluftschleier
Die „Alte Kongresshalle“ in München ist ein architektonisches Kleinod aus der Wirtschaftswunderzeit. Systemair erhielt den Auftrag, für den Eingangsbereich eine sämtliche Aussentüren überspannende Luftschleieranlage zu entwickeln.
Die neue Luftschleieranlage soll den weit öffnenden Eingangs- und den nicht minder großzügigen Empfangsbereich im Inneren thermisch konditionieren. Ursprünglich übernahm diese Funktion eine im Boden eingelassene Quelllüftung, die aber nicht mehr den aktuellen Komfort- und Effizienzanforderungen gerecht wurde. Insbesondere, weil der Windfang mit den großflächig verglasten Flügeltüren aus anthrazit-farbigem Stahlrahmen und Messingbeschlägen nach Norden ausgerichtet ist. Also neben der Strömungsdynamik als solcher ein spürbarer Kaltlufteintrag ausgeglichen werden muss. Dies gilt insbesondere, wenn beispielsweise im Foyer der „Alten Kongresshalle“ Stehempfänge durchgeführt werden, sich die Gäste dadurch ständig im Einflussbereich von Zugluft befinden.
Es lag nahe eine Luftschleieranlage zu installieren. Neben der Strömungsdynamik musste ein permanent spürbarer Kaltlufteintrag ausgeglichen werden. Jedoch ist die Türanlage zum Foyer sehr repräsentativ gestaltet. Von technischer Seite wurde erwartet, dass sich diese optisch harmonisch ins Gesamtbild fügt und klar definierten ästhetischen Ansprüche genügen muss.
In enger Zusammenarbeit mit dem Hersteller Systemair präsentierten die Lüftungsspezialisten der W. Kalmbach GmbH & Co. KG aus Egenburg Architekt Freyer eine den kompletten Türenbereich wie ein Tor umfassende Luftschleier-Sonderkonstruktion, die alle wesentlichen Gestaltungselemente des geschichtsträchtigen Umfeldes aufnimmt – und als dreigliedrig konzipierte Anlage mit einer Luftleistung von 7.400 m³ dennoch die geforderte Abschirmung des Foyers gegen eindringende Kaltluft inklusive thermischer Konditionierung selbst bei hohen Temperaturdifferenzen zwischen Innen und Außen sicherstellt. Die Lösung lag in einem von Systemair realisierten, komplett aus poliertem Messing ausgeführten Luftschleier als „Torbogen“, der stützenfrei sämtliche Türen überspannt. Durch die ansprechende Messingverkleidung im bauzeittypischen Design hat Systemair den prägenden innenarchitektonischen Charakter des Foyers bewahrt
Eine Luftschleieranlage in dieser Größenordnung auszulegen, gehört für uns als spezialisiertes Fachhandwerksunternehmen zwar zum Tagesgeschäft. Sie aber gleichzeitig möglichst perfekt in ein derart anspruchsvolles Umfeld zu integrieren, war etwas ganz anderes.
Senior-Chef
Peter Mantovan, im Technischen Außendienst des Herstellers tätig, beschreibt die Technik hinter dieser „50er-Jahre-Kulisse“: „Im Kern handelt es sich bei der Luftschleieranlage um eine kundenspezifisch weiterentwickelte Variante der Systemair-Serie ,Oval eco EC‘. Der Luftschleier ist also dank EC-Motoren energieeffizient und bedarfsgerecht drehzahlgeregelt. Zudem bietet er durch die integrierte 90°-Luftumlenkung bzw. die 180°-Luftführung hinreichend Spielraum, die Luftströme exakt an die Anforderungen vor Ort anzupassen.“
Das Besondere ist in diesem Falle aber zum einen die Kombination aus drei solcher Oval-Luftschleieranlagen mit zwei konstruktiv abgestimmten „Dummies“. Dadurch wird die notwendige Baulänge erreicht, gleichzeitig aber verhindert, dass verwirbelnd-störende Luftströme außerhalb der Türen entstehen. Zum anderen wurde das komplette Gehäuse der Luftschleieranlage von Systemair auftragsbezogen aus poliertem Messingblech angefertigt. „So gelang ein perfektes Match mit den bauzeit-typischen, originalen Messingbeschlägen und -applikationen an den Pendeltüren und im Foyer, „ohne auf Leistungsmerkmale wie die Heizleistung von etwa 36 kW bzw. Kühlleistung von rund 20 kW verzichten zu müssen. In beiden Fällen zudem bei kaum wahrnehmbaren Luftströmungen.
Die wie ein Torbogen gestaltete Oval-Luftschleieranlage stellt jetzt im Übrigen fast schon das „i-Tüpfelchen“ auf einem durchmodernisierten Gesamtlüftungskonzept dar, das die komplette „Alte Kongresshalle“ umfasst
Durch die projektbezogen individuelle Herangehensweise haben wir es mittlerweile geschafft, nahezu die gesamte Technische Gebäudeausrüstung sukzessive zeitgemäß zu erneuern, insbesondere unter energetischen wie nutzerorientierten Aspekten. Gleichzeitig ist es uns gelungen, diese Technik harmonisch in Einklang zu bringen mit dem Anfang der 50er-Jahre entwickelten Architekturkonzept.“
Für Architekt Dipl.-Ing. Freyer ein jetzt durch die Luftschleieranlage in jeder Hinsicht stimmiges haustechnisches Gesamtkonzept
Die „Alte Kongresshalle“ gehört zu den noch im Original erhaltenen Bauwerken des alten Messegeländes auf der Theresienhöhe. Als größte Halle dieser Art wurde sie 1952/53 von den Architekten Etzold, Strobl und Freymuth und diente bis 1998 als Veranstaltungszentrum der Messe München.
Nach der denkmalgerechten Restaurierung und Sanierung des Baus durch die Edith-Haberland-Wagner Stiftung konnte die Kongresshalle im neuen, alten Design mit modernster Technik 2007 wiedereröffnet werden. Seitdem wird sie für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen im öffentlichen wie privaten Bereich genutzt. Neben dem Saal mit Empore, eine Bühne mit direktem Zugang zu einem Seitenflügel-Séparée und der Galerie der Eingangshalle steht dafür auch der freigelegte Innenhof mit Neubepflanzung gemäß der ursprünglichen Planung aus den 50er Jahren zur Verfügung. (Quelle: Edith-Haberland-Wagner Stiftung)